Kolumne: Warum eine gute Taschenauswahl Gold wert ist

Kolumne

In unserer Gesellschaft, in welcher der Konsum zum alltäglichen Leben gehört wie Atmen oder die Nahrungsmittelaufnahme, neigt (fast) jeder zu einem überschwänglichen Kaufverhalten. Wir haben verlernt, uns auf das Wesentliche zu besinnen, und besitzen alles in doppelter oder dreifacher Ausführung. Auch ich bin ein wahres Material Girl, was manchmal ein ziemlich fettes Loch in den Studentengeldbeutel frisst. Die Herausforderung, der ich mich stellen werde, sieht vor, Fehlkäufe weitestgehend zu vermeiden und Dinge zu erstehen, an denen ich möglichst lange meine Freude habe. Und obwohl der Begriff „Taschenauswahl“ alleine schon ein ausgewachsenes first world problem impliziert, möchte ich unbedingt nochmal auf den korrekten Wortlaut hinweisen. Es geht hier keinesfalls um eine möglichst große Taschenauswahl, sondern um eine gute. Eine mit System. Eine, mit der man immer perfekt ausgestattet ist, ohne dass andere Modelle in der Garderobe verstauben.

Die wichtigste Tasche, die eine Frau besitzen sollte, ist natürlich die praktische. Praktisch geht im Notfall immer. Praktisch besitzt jeder, denn sogar Männer kommen ohne eine transportable Aufbewahrungsmöglichkeit nicht besonders weit vom Fleck. Die entscheidenden Merkmale dieses Modells muss jeder selbst definieren. Für die einen ist es der bequeme Tragegurt, der besonders essentiell ist, für andere möglichst viel Platz für alle Habseligkeiten. In meinem (und ich schätze auch in eurem) Fall muss sie darüber hinaus optisch was hermachen. Besitzt man eine Tasche, welche genau diese Ansprüche erfüllt, ist der erste Schritt in puncto Selektion bereits getan.

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Jedoch spätestens zum Bewerbungsgespräch, zum Meeting oder zum Kaffeeklatsch mit jenen Damen, die eine unangenehme Mischung aus Freundinnen und Konkurrentinnen für uns darstellen, muss ein etwas schickeres Modell her. Es sollte keineswegs protzig sein, aber auf jeden Fall Geschmack und Qualität zum Ausdruck bringen. Manche werden jetzt vielleicht fragen, warum man dies nicht mit der Praktikabilität vereinen kann, um sich auf ein Modell zu beschränken. Für die Mädels mit Disziplin ergibt das natürlich Sinn. Ich persönlich neige jedoch dazu, meiner Alltagstasche das Leben schwer zu machen und sie nach einem langen Arbeitstag dann auch gerne mal in die Ecke zu pfeffern. Also muss ein Modell her, dem mehr gehuldigt wird. Eines, das ich sehnsüchtig betrachte, wenn ich an der Garderobe vorbeigehe und dessen Ausführung mich regelrecht entzücken lässt.

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Das Einzige, was mir dann noch fehlt, ist ein kleines, aber feines Abendtäschchen. Hierbei darf es sich auch gerne um ein henkelloses Modell, beispielsweise eine Clutch, handeln. Sie sollte farblich natürlich auch zu unserer Abendgarderobe passen. Ist man zu vielen solcher Anlässe eingeladen, ist eine neutrale Version die ideale Wahl.

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Und warum ist diese Taschenauswahl jetzt so bahnbrechend? Nein, sie kann keine Krankheiten heilen und auch nicht den Hunger dieser Welt bekämpfen. Aber eine gute kleine Auswahl sorgt für einen stressfreien Alltag. Wir wissen immer, zu welchem Modell wir in welcher Situation greifen müssen. Haben wir unsere Wahl mit Bedacht getätigt, sehen wir uns auch nicht so schnell satt und haben lange Freude an unseren Taschen. Natürlich ist es auch erlaubt, die Sammlung danach beliebig zu erweitern, aber auf ein solides Grundgerüst ist schließlich immer Verlass.

Liebst, Freya

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